Herzlich willkommen im Karrierebereich der Ergotherapie Anika Joswiak  – Wir freuen uns auf ein Kennenlernen

Warum die Zukunft Personal auch für größere Ergotherapiepraxen ein Pflichttermin sein kann

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Wenn wir an Fortbildungen und Fachmessen für Ergotherapie denken, geht es meistens um Behandlungsmethoden, neue Therapieansätze, Hilfsmittel oder Veränderungen im Heilmittelbereich.

Das ist wichtig. Aber spätestens dann, wenn eine Praxis wächst, braucht es noch einen zweiten Blick:

Wie führen und entwickeln wir eigentlich unser Unternehmen?

Genau deshalb gehört die Zukunft Personal in Köln für uns inzwischen fest in den Kalender.

Denn eine Ergotherapiepraxis mit 20, 25 oder 30 Mitarbeiter*innen ist längst nicht mehr nur eine therapeutische Einrichtung. Sie ist auch Arbeitgeber, Organisation und Unternehmen. Und mit jedem Wachstumsschritt verändern sich die Anforderungen an Führung, Personalentwicklung, Recruiting und interne Strukturen.

Viele Prozesse, die bei fünf oder zehn Mitarbeiter*innen noch unkompliziert funktionieren, lassen sich bei 20 oder 30 Menschen nicht mehr einfach „nebenbei“ organisieren.

Aus meiner Erfahrung beginnt genau hier eine besonders spannende Phase der Praxisentwicklung.

Recruiting beginnt lange vor der Stellenanzeige

Der Fachkräftemangel begleitet uns im Gesundheitswesen schon lange.

Eine Stellenanzeige online zu stellen und darauf zu hoffen, dass sich die richtigen Mitarbeiter*innen melden, reicht deshalb aus meiner Sicht längst nicht mehr.

Recruiting beginnt viel früher.

Es beginnt mit Fragen wie:

Wofür stehen wir als Arbeitgeber?
Warum sollten gute Therapeut
innen gerade bei uns arbeiten wollen?
Wie erleben Bewerber
innen unseren Bewerbungsprozess?
Und was erzählen unsere Mitarbeiter*innen über uns, wenn wir nicht dabei sind?

Auf der Zukunft Personal findet man zahlreiche Impulse rund um Employer Branding, Social Recruiting, Bewerbermanagement und moderne Recruiting-Prozesse.

Nicht alles davon passt zu einer Ergotherapiepraxis.

Aber genau das finde ich spannend: zu schauen, was Unternehmen anderer Branchen bereits erfolgreich nutzen und was davon sinnvoll auf unsere Praxiswelt übertragen werden kann.

Mitarbeiterbindung ist mehr als ein Benefit

Ein weiterer Schwerpunkt auf Personalmessen waren in den vergangenen Jahren häufig Benefits.

JobRad, Sachbezüge, Gutscheine, Gesundheitsangebote oder andere Zusatzleistungen können schön sein. Auch wir nutzen Möglichkeiten, unseren Mitarbeiter*innen zwischendurch Wertschätzung zu zeigen.

Aber für mich steht immer deutlicher fest:

Mitarbeiterbindung entsteht nicht durch den nächsten Benefit.

Sie entsteht vor allem durch gute Führung, verlässliche Strukturen, Entwicklungsmöglichkeiten, Wertschätzung, Kommunikation und eine Unternehmenskultur, in der Menschen gerne arbeiten.

Gerade in therapeutischen Berufen sind die Anforderungen hoch. Therapeutinnen tragen Verantwortung für ihre Patientinnen, müssen dokumentieren, organisieren und gleichzeitig emotional präsent sein.

Deshalb brauchen Praxen aus meiner Sicht nicht nur gute Arbeitsbedingungen, sondern eine echte Strategie für Personalentwicklung und Mitarbeitergesundheit.

Auf der Zukunft Personal finden sich dazu inzwischen viele Angebote rund um Führungskräfteentwicklung, Coaching, mentale Gesundheit und Betriebliches Gesundheitsmanagement.

Und genau diese Entwicklung finde ich spannend.

Wachstum braucht professionelle Strukturen

Mit jedem zusätzlichen Teammitglied steigt auch der organisatorische Aufwand.

Urlaub, Arbeitszeiten, Fortbildungen, Krankheit, Onboarding, Mitarbeitergespräche, Bewerbungen, interne Kommunikation und viele weitere Prozesse müssen koordiniert werden.

Was in einem kleinen Team noch über Zuruf funktioniert, wird irgendwann unübersichtlich.

Und genau hier entscheidet sich häufig, ob Wachstum dauerhaft entlastet – oder ob die Praxisleitung irgendwann nur noch mit Organisation beschäftigt ist.

Digitale HR-Lösungen können dabei unterstützen, Prozesse einfacher und transparenter zu gestalten.

Für mich geht es bei Digitalisierung aber nie darum, möglichst viel Software einzusetzen.

Es geht um die Frage:

Welche Prozesse können wir so organisieren, dass Menschen mehr Zeit für die Aufgaben haben, bei denen sie wirklich gebraucht werden?

In einer Therapiepraxis bedeutet das im besten Fall auch: mehr Zeit für unsere Patientinnen, für Mitarbeiterinnen und für die Weiterentwicklung der Praxis.

Der Blick über den Tellerrand

Einer der größten Mehrwerte solcher Veranstaltungen liegt für mich allerdings an einer ganz anderen Stelle.

Es ist der Blick über den eigenen Tellerrand.

Auf therapeutischen Fachmessen sprechen wir mit Menschen, die unsere Branche kennen. Wir beschäftigen uns mit Therapie, Heilmittelrichtlinien und fachlichen Entwicklungen.

Auf einer Personalmesse treffen wir dagegen auf Führungskräfte, Coaches, Personalentwicklerinnen, Softwareunternehmen und Unternehmerinnen aus völlig anderen Bereichen.

Und plötzlich entstehen ganz andere Fragen.

Wie führen andere Unternehmen ihre Teams?

Wie entwickeln sie Führungskräfte?

Wie gestalten sie Onboarding?

Wie messen sie Mitarbeiterzufriedenheit?

Wie nutzen sie KI und Digitalisierung?

Wie schaffen sie Unternehmenskultur?

Ich bin fest davon überzeugt, dass wir im Gesundheitswesen enorm davon profitieren können, über unsere eigene Branche hinauszuschauen.

Denn nicht jede gute Lösung für eine Ergotherapiepraxis muss ursprünglich aus der Ergotherapie kommen.

Von Benefits hin zu Führung und Entwicklung

Bei meinem diesjährigen Besuch auf der Zukunft Personal ist mir noch etwas aufgefallen.

Vor einigen Jahren waren gefühlt sehr viele Messestände rund um Benefits, Zusatzleistungen und Vergütungsmodelle vertreten.

Dieses Mal musste man solche Anbieter fast suchen.

Stattdessen waren deutlich mehr Themen rund um Coaching, Führungskräfteentwicklung, mentale Gesundheit und die Entwicklung von Mitarbeiter*innen präsent.

Natürlich war auch KI eines der großen Themen.

Für mich passt diese Entwicklung sehr gut zu dem, was ich seit Jahren in meiner eigenen Praxis beobachte:

Gute Mitarbeiter*innen bleiben nicht allein wegen eines Gutscheins oder eines zusätzlichen Benefits.

Sie bleiben dort, wo sie sich gesehen fühlen, Entwicklung möglich ist, Führung funktioniert und Strukturen Sicherheit geben.

Benefits können ein schönes Zeichen von Wertschätzung sein.

Sie ersetzen aber keine gute Unternehmenskultur.

Mein Fazit: Eine wachsende Praxis braucht unternehmerisches Denken

Eine Ergotherapiepraxis mit 20 oder 30 Mitarbeiter*innen ist ein kleines mittelständisches Unternehmen.

Und genau so dürfen wir sie auch führen.

Professionelle Personalentwicklung, Recruiting, Digitalisierung, Führung und Unternehmenskultur sind keine Themen, die nur Konzerne betreffen.

Sie gehören genauso in unsere Praxen.

Vielleicht sogar besonders dort.

Denn unsere wichtigste Ressource sind am Ende die Menschen, die jeden Tag mit unseren Patient*innen arbeiten.

Für mich ist die Zukunft Personal deshalb längst mehr als eine klassische Personalmesse.

Sie ist ein Ort, an dem ich bewusst aus meiner Ergotherapie-Welt heraustrete, neue Perspektiven sammle und mich frage:

Was davon können wir nutzen, um unsere Praxis morgen noch besser zu machen?

Nicht jede Idee wird übernommen.

Aber manchmal reicht schon ein einziger Impuls, um einen Prozess, eine Haltung oder eine Entscheidung nachhaltig zu verändern.

Und genau deshalb steht dieser Termin für uns auch im nächsten Jahr wieder im Kalender.

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